Es gibt einen Satz, der mich in den letzten Monaten immer wieder beschäftigt hat:

„Menschen brauchen Erfolgserlebnisse.“

Das klingt selbstverständlich. Und doch handeln wir oft genau umgekehrt.

Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, richten wir den Blick auf das nächste Problem. Wir fragen, was noch fehlt, was noch nicht funktioniert und wo wir hinter unseren eigenen Erwartungen zurückbleiben. Warum alles so langsam geht. Wir bekommen viele gute Tipps, was wir denn besser, oder schneller machen können.

Das Erreichte wird innerhalb weniger Tage zum neuen Normalzustand. Was gestern noch unmöglich schien, erscheint plötzlich selbstverständlich.

Vielleicht geht es nicht nur Organisationen so. Vielleicht ist das eine sehr menschliche Eigenschaft.

Vor etwas mehr als zwei Jahren standen wir genau an einem solchen Punkt. Die Zukunft der PCNEWS war ungewiss. Fast vierzig Jahre lang hatte Franz Fiala die Zeitschrift mit außergewöhnlichem persönlichem Einsatz getragen. Irgendwann wurde jedoch klar, dass diese Last nicht mehr auf den Schultern eines Einzelnen liegen konnte. Es stellte sich nicht mehr die Frage, wie die nächste Ausgabe aussehen würde, sondern ob es überhaupt noch eine geben würde.

Damals gab es viele Gründe, warum es nicht funktionieren konnte. Zu wenig Menschen. Zu wenig Zeit. Zu wenig Geld. Eigentlich sprach alles dafür, dass die Geschichte der PCNEWS langsam zu Ende gehen würde. Franz Fiala hatte die Titelseite fertig. Die Ausgaben als Grabsteine. 

Heute, ein wenig mehr als zwei Jahre später, liegt die zehnte Ausgabe die Franz nicht mehr gestaltet hat vor uns. Aus der  PC-Zeitschrift wurde ein Magazin über Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Redaktion arbeitet anders, die Themen haben sich verändert, das Erscheinungsbild wurde vollständig neu entwickelt und hinter der Zeitschrift stehen heute eine Community, ein Thinktank und neue Projekte.

Wenn man beide Ausgaben nebeneinanderlegt, erkennt man den Wandel sofort. Wer jedoch jeden einzelnen Schritt miterlebt hat, nimmt ihn oft kaum noch wahr. Jeder kleine Fortschritt erschien selbstverständlich. Jede Entscheidung war nur die Vorbereitung für die nächste. Erst mit etwas Abstand wird sichtbar, wie weit der Weg tatsächlich war.

Vielleicht ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse für jede Organisation. Veränderung entsteht selten durch einen großen Wurf. Sie entsteht durch viele kleine Entscheidungen. Jemand übernimmt Verantwortung für ein Layout. Jemand schreibt einen Artikel. Jemand organisiert den Druck. Jemand richtet einen Server ein. Für sich genommen wirkt jede dieser Aufgaben unscheinbar. Zusammen verändern sie eine Organisation.

Gerade deshalb sollten wir unsere Erfolge bewusster wahrnehmen. Nicht aus Eitelkeit und nicht, um uns auf die Schulter zu klopfen. Sondern weil Erfolge zeigen, dass Veränderung möglich ist.

Wir sprechen heute viel darüber, was in Europa nicht funktioniert. Über Bürokratie, Digitalisierung oder Wettbewerbsfähigkeit. Das alles sind wichtige Themen. Aber wenn wir nur noch auf Defizite schauen, verlieren wir irgendwann den Glauben daran, dass Veränderung überhaupt gelingen kann.

Menschen brauchen Beispiele. Sie müssen sehen können, dass sich Einsatz lohnt. Dass Verantwortung einen Unterschied macht. Dass aus einer Idee etwas entstehen kann.

Für mich ist die Entwicklung von der PCNEWS zur 4future.news deshalb mehr als ein neues Logo oder ein neues Layout. Sie erinnert mich daran, dass Wandel möglich ist. Nicht weil irgendjemand beschlossen hat, dass sich etwas ändern soll. Sondern weil Menschen bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und einfach anzufangen.

Herzlichen Dank an alle die dabei mitgeholfen haben. Insbesonders:

  • Christian Dorninger
  • Roman Heinzinger
  • Günter Hartl
  • Stefan Hupe
  • Andi Kunar
  • Roman Korecky
  • Martin Weissenböck
  • u.v.a.m. (entschuldigt wen ich nicht persönlich genannt habe)

Vielleicht sollten wir unsere Erfolge deshalb öfter sichtbar machen. Nicht, weil wir schon am Ziel wären. Sondern weil jeder sichtbare Erfolg den Mut gibt, den nächsten Schritt zu gehen.

Achja, jeder Schritt braucht wieder jemanden der sich darum kümmert. Wir suchen daher noch immer mehr Menschen die sich um die Beiträge kümmern und eine Redaktion aufbauen, die sich immer um frische Inhalte kümmert. Für Print aber auch online. Wir finden relativ leicht Autoren, schwieriger ist es die Zeit zu finden sich darum zu kümmern Autorinnen und Autoren zu finden speziell für die Inhalte die wir benötigen. Es ist hier mehr Koordinationstalent und Kommunikationstalent erforderlich als Fachwissen. Wer immer sich gerne einbringen möchte, wir freuen uns über jede helfende Hand. 

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